Skip to content
Weinbergdinner

Wenn im Weinberg die Zeit stillsteht

Fünf außergewöhnliche Gänge, große Weißweine und eine lange Tafel inmitten der südsteirischen Weinberge: Das Weinbergdinner von Signum Blanc ist weit mehr als ein Abendessen – es ist ein kulinarisches Gesamterlebnis.

Manche Veranstaltungen besucht man einmal, genießt sie und erinnert sich gerne daran. Das Weinbergdinner von Signum Blanc gehört für mich nicht dazu. Ich war heuer bereits zum zweiten Mal dabei – und erneut hat mich die Verbindung aus außergewöhnlicher Küche, absoluten Weltklasseweinen, einer besonderen Atmosphäre und interessanten Begegnungen begeistert.

Am Ende schaut man auf die Uhr und kann kaum glauben, dass tatsächlich sechs Stunden vergangen sind.

Geschmacksexplosionen zum Auftakt

Der Abend beginnt mit einem lockeren Come-together. Man nimmt das erste Glas Wein in die Hand, trifft bekannte Gesichter und kommt rasch mit anderen Gästen ins Gespräch.

Dazu werden kleine Begrüßungskreationen von Tom Riederer serviert. Der aus Leutschach stammende ehemalige Drei-Hauben-Koch lebt und arbeitet heute in Istrien. Einmal im Jahr kehrt er für dieses besondere Dinner in seine südsteirische Heimat zurück und gestaltet gemeinsam mit Signum Blanc ein fünfgängiges Überraschungsmenü.

Schon die Präsentation der ersten Köstlichkeiten macht neugierig. Die einzelnen Kreationen werden auf Holzscheiben und Steinplatten, umgeben von Kräutern und natürlichen Materialien, angerichtet. Dazu stehen ausgewählte Olivenöle bereit. Kleine gefüllte Teigtaschen, kräftig orangefarbene Häppchen und tiefrote Kreationen zeigen bereits optisch, mit welcher Kreativität dieser Abend gestaltet wird.

Was zunächst beinahe verspielt wirkt, entwickelt sich am Gaumen zu einem intensiven Zusammenspiel unterschiedlicher Aromen und Texturen. Ein Freund von mir beschrieb diese ersten Eindrücke als wahre Geschmacksexplosionen.

Treffender könnte man es kaum sagen.

Signum Blanc

Eine lange Tafel zwischen Reben

Nach dem gemeinsamen Empfang geht es zur langen, weiß gedeckten Tafel zwischen Weingut und Weinbergen.

Bereits ihr Anblick bleibt in Erinnerung. Weiße Stühle, feines Geschirr, zahlreiche Weingläser und eine bewusst zurückhaltende Dekoration aus Kräutern, Blättern und Naturmaterialien bestimmen das Bild.

Nichts wirkt überladen. Nichts lenkt vom Wesentlichen ab: von den Gerichten, den Weinen, der Landschaft und den Menschen am Tisch.

Man sitzt nicht in einem abgeschlossenen Restaurant, sondern mitten in jener Umgebung, aus der die Weine des Abends stammen. Wenn es langsam dunkel wird, verändert sich die Stimmung noch einmal. Kerzen und kleine Lichter erhellen die lange Tafel, während rundherum allmählich Ruhe einkehrt.

Aus einem sommerlichen Nachmittag wird ein beinahe magischer Abend.

 Ein Freund von mir beschrieb diese ersten Eindrücke als wahre Geschmacksexplosionen.

Fünf Gänge voller Überraschungen

Im Mittelpunkt steht das fünfgängige Überraschungsmenü von Tom Riederer.

Ein Gang folgt dem nächsten, doch kaum einer entspricht dem, was man zunächst erwartet. Einmal überrascht die Verbindung unterschiedlicher Aromen, dann eine ungewöhnliche Textur oder eine vertraute Zutat, die vollkommen neu interpretiert wird.

Bei meinem heurigen Besuch führte die kulinarische Reise von einem Gartencappuccino und einer Interpretation des Šopska-Salats über Lachs mit Pulled Krabbe und Roter Rübe bis zu „Pesce Carne“ mit Karotten und Misoschaum.

Später folgte geschmorte Schulter mit Sellerie, Topfenstrudel und Sommertrüffel. Den Abschluss bildete eine Kreation unter dem Titel „Eine Liebe für Zitrusfrüchte“.

Schon die Bezeichnungen machen neugierig. Entscheidend ist jedoch, was daraus auf dem Teller entsteht: präzise und kreative Gerichte, bei denen eine Überraschung auf die nächste folgt.

Man beginnt automatisch, genauer zu schmecken. Weshalb funktionieren bestimmte Zutaten so gut miteinander? Welche Aromen treten zuerst hervor? Und wie verändert der dazu servierte Wein die Wahrnehmung des gesamten Gerichts?

Das Essen wird dadurch nicht einfach konsumiert. Es wird zur Entdeckung und zum Gesprächsthema am Tisch.

Fisch

Das Essen wird dadurch nicht einfach konsumiert. Es wird zur Entdeckung und zum Gesprächsthema am Tisch.

Große Weine als vollendete Begleiter

Zu jedem Gang werden ausgewählte Weine von Signum Blanc serviert. Dabei ist die Weinbegleitung kein Nebendarsteller, sondern ein wesentlicher Teil des kulinarischen Erlebnisses.

Bei meinem Besuch wurden unter anderem Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Morillon und Grauburgunder aus der Turmalin-Linie sowie die Assemblage 333 eingeschenkt.

Die gereiften Weine ergänzen, verstärken und verändern die Aromatik der Gerichte. Sie besitzen Kraft, Tiefe und genügend Struktur, um auch intensive und kräftige Speisen zu begleiten.

Für mich gehören die Weine von Signum Blanc zur absoluten Weltklasse. Das Dinner zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig sie eingesetzt werden können. Selbst zu rotem Fleisch kann ein Weißwein hervorragend passen – vorausgesetzt, es ist der richtige.

Gerade diese präzise Abstimmung zwischen Glas und Teller macht den Abend so außergewöhnlich.

Eine Idee, die am Tisch erlebbar wird

Initiiert wurde das Weinbergdinner wesentlich von Martin Oertel, einer der treibenden Kräfte hinter Signum Blanc.

Die Idee dahinter ist, die besonderen Eigenschaften dieser Weine nicht nur zu erklären, sondern sie gemeinsam mit außergewöhnlichen Speisen unmittelbar erlebbar zu machen.

Man hört an diesem Abend nicht nur von alten Reben, langer Reife und besonderer Struktur. Man erlebt, was diese Eigenschaften in Kombination mit einem Gericht tatsächlich bedeuten.

Eine Weinbeschreibung bleibt Theorie.

Die passende Verbindung von Wein und Speise wird zur Erfahrung.

Martin Oertel

Für mich gehören die Weine von Signum Blanc zur absoluten Weltklasse.

Und plötzlich ist es dunkel

So außergewöhnlich die Gerichte und Weine auch sind: Der Abend lebt ebenso von den Menschen.

Man führt interessante Gespräche, begegnet anderen kulinarisch begeisterten Gästen und lernt Menschen kennen, die man ohne diese Veranstaltung vermutlich niemals getroffen hätte.

Aus einer kurzen Unterhaltung beim Empfang entwickelt sich vielleicht ein längeres Gespräch während des Menüs. Man diskutiert über einen Wein, tauscht Reiseerfahrungen aus oder erzählt einander von besonderen Restaurants, Winzern und Produzenten.

Fast unbemerkt geht der Nachmittag in den Abend über. Irgendwann leuchten die Kerzen, die Gläser stehen auf der langen Tafel und die Gespräche sind längst persönlicher geworden.

Dann schaut man auf die Uhr.

Sechs Stunden sind vergangen.

Man kann es kaum glauben, weil sich der Abend niemals so lange angefühlt hat. Genau darin liegt für mich die besondere Qualität dieses Weinbergdinners: Man kommt wegen der außergewöhnlichen Küche und der großen Weine – und fährt mit neuen Eindrücken, Begegnungen und Geschichten nach Hause.

Das Weinbergdinner von Signum Blanc ist kein gewöhnliches Menü.

Es ist ein Sommerabend zwischen Reben und Weingläsern, an dem Kulinarik, Wein und Menschen zu einem besonderen Gesamterlebnis werden.

Gut zu wissen

Weinbergdinner von Signum Blanc
Signum Blanc OG / Weingut Rothschädl
Eichberg-Trautenburg 20
8463 Leutschach an der Weinstraße

Das Weinbergdinner bietet ein fünfgängiges Überraschungsmenü mit begleitenden Signum-Blanc-Weinen. Die Zahl der Gäste ist auf 50 Personen begrenzt, weshalb die verfügbaren Plätze erfahrungsgemäß sehr rasch vergeben sind.

Für 2027 ist auf der offiziellen Seite derzeit noch kein Termin veröffentlicht. Wer im kommenden Jahr dabei sein möchte, sollte sich daher möglichst frühzeitig direkt bei Signum Blanc informieren oder vormerken lassen.

E-Mail: office@signum-blanc.wine
Martin Oertel: +43 664 149 28 21
Thomas Rothschädl: +43 676 315 83 04

Georg Unterrainer

An den Anfang scrollen