An der Schnittstelle von Strudel und Gugelhupf versüßt der Reindling seit Generationen die Kaffeejausen in Kärnten, Slowenien und Friaul. Wein- und Genusswelt hat einen der besten Reindlinge Klagenfurts für Sie ausfindig gemacht.
Signum Blanc: Der gehobene Schatz aus der Südsteiermark
Manchmal beginnt ein Weinprojekt nicht mit einer Marketingstrategie, sondern mit einem Erlebnis im Keller.
Bei Signum Blanc war es der Moment, als Martin Oertel gemeinsam mit der Familie Rothschädel alte Weißweine verkostete – 20 bis 25 Jahre gereift, aber noch immer frisch, lebendig und in erstaunlicher Form. „Da hat es in meinem Kopf zu gären begonnen“, erzählt Oertel. Die Qualität sei vorhanden gewesen, doch die Weine hätten bisher keinen klaren Weg zum Markt gefunden. Genau daraus entstand die Idee, diese besondere Linie sichtbarer zu machen.
Oertel selbst kommt nicht aus dem klassischen Weinbau. Beruflich saniert er Unternehmen, strukturiert Betriebe neu und betrachtet Projekte oft mit dem Blick von außen. Das sieht er auch bei Signum Blanc als Vorteil: „Wenn man in der Suppe schwimmt, ist es schwierig, über den Tellerrand zu schauen.“
„Wenn man in der Suppe schwimmt, ist es schwierig, über den Tellerrand zu schauen.“

Im Mittelpunkt steht das Weingut Rothschädel in der Südsteiermark – und ein besonderer Boden. Der Gneisschotter mit Turmalin wurde zu einem wichtigen Teil der Geschichte. Oertel, der auch geologische Kenntnisse mitbringt, erinnert sich an den Fund: Von außen unscheinbare Steine, innen aber Turmalinnadeln. „Das war schon wirklich ein tolles Erlebnis.“
Wichtig ist ihm jedoch: Signum Blanc soll nicht nur über eine schöne Geschichte funktionieren. Entscheidend sei der Wein selbst. Die Weine entstehen mit Spontanvergärung, ohne gezielte Aromasteuerung durch Reinzuchthefen. „Das, was da in der Flasche ist, ist das, was am Berg gewachsen ist“, sagt Oertel.
Sensorisch beschreibt er die Weine als elegant, klar und langlebig. Nicht breit, nicht laut, sondern tiefgründig und präzise. Signum Blanc ist damit kein Alltagswein, sondern ein Wein für besondere Anlässe – für ein gutes Essen, einen Abend mit Freunden oder ruhige Momente, in denen ein Wein wirklich Aufmerksamkeit bekommt.

Weinbergdinner
Diese Idee wird auch beim Weinbergdinner erlebbar. Seit 2022 findet es direkt am Weingut statt, mit einer langen weißen Tafel zwischen Winzerhaus und Reben. Nach einem lockeren Come-together mit Fingerfood folgt ein mehrgängiges Menü mit passender Signum-Blanc-Weinbegleitung. Die Plätze sind bewusst begrenzt – maximal rund 50 Personen.
Gekocht wird von Tom Riederer, einem aus der Südsteiermark stammenden Haubenkoch, der heute in Istrien lebt und arbeitet. Für Oertel ist das Weinbergdinner mehr als nur eine Veranstaltung. Es zeigt, wie vielseitig diese Weine in der Speisenbegleitung sein können.
Ein Beispiel bleibt besonders hängen: ein Weißburgunder 2017 zu Artischocke. Normalerweise gilt Artischocke als schwieriger Partner für Wein. Doch dieser Jahrgang habe genau dort überzeugt. Auch ein Grauburgunder zu Steak funktioniert für Oertel: „Weißwein zu rotem Fleisch geht nicht – Signum zu rotem Fleisch geht sehr wohl.“

Hier können Sie sich zum Weinbergdinner anmelden https://signum-blanc.wine/weinbergdinner/
Kritisch blickt Oertel auf die Preiswahrnehmung im Weinmarkt. Viele Konsumenten seien noch immer an sehr günstige Flaschenpreise gewöhnt. Doch bei hochwertiger, handwerklicher Arbeit stelle sich die Frage: „Wie soll der Winzer das für fünf Euro herstellen?“ Für ihn ist klar: Qualität, Arbeit im Weingarten und Risiko müssen sich auch wirtschaftlich abbilden lassen.
Auch die Natur bleibt ein entscheidender Faktor. 2023 gab es wegen Hagel keinen Wein. Das zeigt, wie stark solche Projekte von Jahrgang, Wetter und Handarbeit abhängig sind.
Für die Zukunft wünscht sich Oertel eine stärkere Präsenz in ausgewählten Top-Restaurants – in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Nicht als Massenprodukt, sondern dort, wo besondere Weine verstanden werden.
Für Oertel bleibt Signum Blanc vor allem eines: der gehobene Schatz eines außergewöhnlichen Weinguts.
Genau darin liegt der Kern von Signum Blanc: vorhandenes Potenzial sichtbar machen – mit Herkunft, Substanz und einem klaren Anspruch.

